KHJÖ Bergwochenende

1. Oktober 2014

Eine große Gruppe von Wanderbegeisterten KHJÖ-Mitgliedern aus Wien, Graz, Leoben und Linz machte sich von 19. – 21. September auf ins Höllengebirge. Bei traumhaften Wetter brachen die Wagemutigsten von ihnen am Freitag bereits um 9 Uhr von Ebensee zum HTL-Wels Klettersteig am Alberfeldkogel auf. Vor Ort entpuppte sich der Klettersteig, der „vor allem Ferrata Einsteiger“ ansprechen soll, doch als anspruchsvoller als gedacht. Das Klettererlebnis war dafür umso spannender und eindrucksvoller und nachdem alle gut oben angekommen waren, wurde der traumhafte Ausblick vom Europakreuz genossen und vor lauter Freude um die Wette gegrinst.

Vom Alberfeldkogel aus ging es anschließend weiter zur Riederhütte, bei der wir gemeinsam mit der Gruppe, die über den Feuerkogel gekommen war, in gemütlicher Athmosphäre uns den Schweinsbraten bzw. die Kaspressknödel schmecken ließen.

Am nächsten Morgen brachen wir nach einem Morgenlob zum Eiblgupf auf, der einen traumhaften Ausblick vom Rand des Höllengebirges in Richtung Norden bot. Aufgrund der zu überwindenden 400 Höhenmeter verlangte der weiters am Weg liegende Pfaffengraben von allen einiges an Kondition ab. Bereits müde und schon fast bei unserem Tagesziel, dem Hockleckenhaus, angekommen wurden wir dann doch noch vom befürchteten Schlechtwetter getroffen. Der Regen und Hagel waren mit einer warmen Suppe und heißem Tee jedoch schnell wieder vergessen. Kurz vor Sonnenuntergang lichteten sich sogar dann überraschend die dicken Wolken und wir konnten ein prächtiges Panorama mit traumhaftem Abendrot erleben. Manche von uns packte aufgrund des unerwarteten Schönwetters der Eifer und der nahegelegene Brunnkogel wurde noch mit Stirnlampen im Gepäck erklommen. Den restlichen Abend ließen wir mit verschiedensten Kartenspielen und netten Gesprächen ausklingen.

Der Sonntag Morgen begann mit einem ausgiebigen Frühstück und mit einer sehr inspirierenden und sinnlichen Messe im Hochleckenhaus. Der anschließende Abstieg nach Steinbach am Attersee gestaltete sich etwas schwierig, denn er war geprägt von Regen und dadurch sehr rutschigen Wegen. Unten angekommen verabschiedeten wir uns von einander und traten die Heimfahrt an. Dabei ging es für viele wieder in eine unterschiedliche Richtung, doch die Erinnerungen der vergangenen drei Tage vom gemeinsamen Wanderen und Erleben der Natur verbinden uns bestimmt noch lange.

 

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KHJÖ Sternwallfahrt nach Melk

10. Juli 2014

Bericht von Birgit Waldhör

Die diesjährige KHJÖ-Sternwallfahrt fand wieder traditionell zu Christi Himmelfahrt – von 29.05. bis 01.06.2014 – statt und ging nach Melk in Niederösterreich, wo in diesem Jahr der 1000. Jahrestag der Übertragung der Reliquien des Hl. Koloman gefeiert wird.

Zu Neunt starteten wir um 09:00 in Linz bei der Bushaltestelle Altenbergerstraße mit öffentlichen Verkehrsmitteln unsere insgesamt vierstündige Anreise nach Zwettl im Waldviertel, von wo aus wir unseren Fußmarsch antraten.

In Zwettl angekommen, lud eine Kirche beim Vorbeigehen zu einer ersten Andacht ein. Benedikt Rodler, neben Robert Kettl unser zweiter geistlicher Assistent auf diesem Weg, stimmte uns mit dieser Wegbetrachtung samt Taizé-Liedern und kurzer Bibelstelle gut auf die kommenden Tage ein und gab uns Anstoß darüber nachzudenken, warum wir diesen Weg angetreten sind, was wir uns davon erwarten und für was wir eventuell Dank oder Fürbitte halten möchten.

Danach ging es auf einer gut viereinhalbstündigen Wanderung flotten Schrittes und bei äußerst durchwachsenem Wetter durch das Kamptal bis Roiten, über Höhendorf und Guttenberg nach Grafenschlag. Im dortigen Gasthaus Bauer wurden wir mit einem herrlichen Abendessen verköstigt und verbrachten in gemütlichen Dreibett-Zimmern unsere erste Nacht.

Nach einem erholsamen Schlaf und reichlichem Frühstück starteten wir vor der – leider verschlossenen – Ortskirche mit einem Taizé-Lied die zweite Etappe unserer Wallfahrt. Diese führte uns über Langenschlag, Armschlag – seit 25 Jahren das sogenannte Mohndorf, indem der Mohnbauernladen zu einer kurzen Rast mit Shoppinggelegenheit einlud, Ottenschlag und Schneeberg nach Braunegg. Wieder übten wir uns im Jacke und Regenschutz an- und ausziehen. Bei unserer Mittagspause in Ottenschlag überraschte uns zum wiederholten Mal ein kurzer Regenschauer mit eisigem Wind, vor dem wir uns in die Konditorei Einsiedl flüchteten und bei köstlichen Mehlspeisen, warmen Kaffee und Tee das Gröbste vorbei ziehen ließen. Etwa gegen 18 Uhr erreichten wir unser zweites Quartier, der Braunegger Hof. Vor dem wohl verdienten Abendessen hielten wir in der danebengelegenen Kapelle ein kurzes Gebet.

 

Am Abend stieß dann auch Thomas Würthinger zu unserer Gruppe hinzu. Er startete seine Wallfahrt ebenfalls am Donnerstag, allerdings direkt vom Franz Jägerstätter Heim in Linz, sodass er täglich 50 Kilometer oder mehr zurück gelegt hatte. An dieser Stelle noch einmal herzliche Gratulation zu dieser Leistung.

Die dritte Etappe führte am Samstag von Braunegg über Mannersdorf und Heiligenblut nach Emmersdorf an der Donau und weiter nach Melk. In Heiligenblut begegneten wir einem Buschauffeur, mit dem wir uns angeregt über Wallfahrten und deren Ziele unterhalten hatten und der uns zur Stärkung Kaffee schenkte.

Nach diesem Abschnitt unserer Wallfahrt konnten wir zur Liste der tierischen Begegnungen – angefangen von bellenden Hunden, die ihr Revier sicherten, über Rehe, Regenwürmer und Schnecken – auch noch zwei Sträuße zählen. Diese Begegnung war zweifelsohne die eindrucksvollste. Nähere Details werden hier nicht verraten. ;)

Manche von uns hatten durchaus mit der ungewohnten, körperlichen Herausforderung zu kämpfen, aber dank Benedikt Rodler und seinem Franzbranntwein schafften es alle aus eigener Kraft bis ins Stift Melk.

Dort wurden wir nach einem gemeinsamen Abendessen von Pater Ludwig Wenzl und einem Mitbruder durch das Stift samt Stiftskirche geführt. Einige wenige ließen den Abend dann noch gemütlich bei Bier und Wein ausklingen. Die anderen begaben sich im Gästehaus des Stiftes bzw im Turnsaal des Stiftsgymnasiums zu Bett.

Am Sonntag folgten 12 TeilnehmerInnen der Einladung um 7:00 an der Konvents-Laudes teilzunehmen. Nach dem Frühstück bestand die Möglichkeit zur Mitfeier der Konventsmesse.

Es bot sich dann noch die Gelegenheit Workshops bzw ein Bibelgespräch zu besuchen, oder den Stiftsgarten zu besichtigen.

Ein gemeinsames Mittagessen und anschließendes Gruppenfoto bildeten den Abschluss unseres Aufenthalts im – wie ich meine -  äußerst beeindruckenden, barocken Stift Melk.

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„The Future of Ukraine between Europe and Russia!“

10. Juli 2014

Bericht über den Gesprächsabend vom 3. Juni 2014 mit Anna Kiseleva, Yuliya Borova, Bohdan Manko, Markus Schaberger, Thomas Würthinger und Martin Meindlhumer

Martin als Moderator eröffnete den Gesprächsabend mit einer Begrüßung der sehr zahlreichen Besucher und einer kurzen Vorstellung aller Vortragenden: Anna aus Russland, Yuliya und Bohdan aus der Ukraine sowie Markus und Thomas aus Österreich.
Beim ersten Teil der Vortragsserie gab Thomas einen groben Überblick über die derzeitige Situation in der Ukraine. Dabei stellte er die besondere geographische Lage der Ukraine, welche sich genau zwischen den zwei großen Mächten EU und Russland befindet, vor. Weiters sprach er über das durchschnittliche Einkommen der Bevölkerung, das bei 281,6 $ liegt, und die große Kluft zwischen Arm und Reich. Als Veranschaulichung merkte er an, dass zwar das Durchschnitteinkommen geringer ist als in Österreich, jedoch die Bestverdiener in der Ukraine wohnen. Als weiteren Punkt verglich er die politischen Lager, von eher liberal bis sehr radikal konservativ, welche sowohl auf Ukrainischer als auch auf Russischer Seite zu finden sind. Zusätzlich präsentierte er die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl vom 25.05.2014, bei der Petro Poroshenko als eindeutiger Sieger hervor ging. Zum Abschluss wurde von Thomas die Frage aufgebracht, ob der Konflikt in der Ukraine nicht eigentlich ein Stellvertreterkrieg zwischen Nato und Russland sein könnte.
Markus stellte im zweiten Teil kurz die Geschichte der Februarexkursionen, die seit 2003 von der KHJÖ veranstaltet wird, vor. Die vielfältigen Gründe für die Februarexkursionen: Kennenlernen von osteuropäischen Partnerorganisationen, der dortigen Kultur, Religion und politischen Situation, wurden neben den eigentlichen Destinationen der letzten Jahre ebenfalls behandelt. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Entstehungsgeschichte der Verbindung und Freundschaft von Obnova und KHJÖ, die beide christliche studentische Organisationen und Gliederungen der Katholischen Aktion sind.
Bohdan eröffnete seinen Teil mit der Aussage, dass Osten und Westen der Ukraine sehr viele Unterschiede bei Architektur, Festen und der Sprache aufweisen. Sehr schnell jedoch sprach er dann über die Zukunft der Ukraine als Staat, welchen er als eine Einheit mit vereinzelten regionalen Unterschieden sieht. Dies fundierte er auch mit einer Karte der Ukraine, die zeigt, dass fast in jedem Wahlkreis, sowohl im Westen als auch im Osten, der gewählte Präsident eine Stimmenmehrheit schaffte. Danach gab er Gründe für die Integration in eine Russische Gemeinschaft und Gründe für eine Integration in die Europäische Union. Letztere Variante würde er persönlich als sinnvoller erachten, wobei er sich auch eine ganz unabhängige Ukraine vorstellen kann.
Anschließend sprach Anna über ihre persönliche Meinung und die russische Sicht zur derzeitigen Situation der Ukraine. Dabei präsentierte sie welche Gemeinsamkeiten die Ukraine und Russland haben. Neben eng verbundener Geschichte, Kulturellen und Sprachlichen Ähnlichkeiten wies sie auch auf die sehr wichtige wirtschaftliche Kooperation der beiden Länder hin. Speziell griff sie als Beispiel die Gasimporte der Ukraine und den Gastransit über die Ukraine nach Europa auf. Diese Abhängigkeit wurde von Russland in den letzten 10 Jahren dreimal als politisches Druckmittel verwendet. Beim sogenannten „Gas War“ wurden im Anschluss von Lieferstopps jeweils die Preise für Erdgas aus Russland empfindlich erhöht.
Die letzte Stellungnahme zur Situation brachte Yuliya. Sie thematisierte den Einfluss der verschiedensten Kirchlichen Organisationen auf die derzeitige Situation und die damit verbundenen Spannungen. Ihr abschließendes Statement war, dass sie persönlich sehr für eine Integration der Ukraine in die EU ist und dass sie trotz der schwierigen momentanen Lage doch positiv in die Zukunft blickt. Zum Schluss des Abends wurde noch eine offene Frage- und Diskussionsrunde geführt, bei der mehrere sehr interessante Themen angeschnitten und auch intensiv behandelt wurden.

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Nachbericht: Ostervorbereitung auf Schloss Riedegg

5. Juni 2014

Vom 11. April bis zum 13 April (Palmsonntag) fand dieses Jahr die Ostervorbereitung unter dem Titel „Himmel & Erde“ im Schloss Riedegg in Gallneukirchen statt. Genau wie zwischen Himmel und Erde relativ viel Platz ist, war auch das Themenspektrum dementsprechend breit gestreut. Impulse lieferten dabei Robert Kettl, Benedikt Rodler, Martin Meindlhumer und Lauren Rückl. Aber nicht nur die Themen auch die Altersstreuung war dieses Mal außergewöhnlich hoch, da das neue ehrenamtliche Mitglied der KHJ Jonas Kaspar Kettl mit seinen Eltern zusammen teil nahm.
Auch wenn manche Teilnehmer in der Nacht nicht durchschlafen konnten, verbrachten die Teilnehmer ein angenehmes Wochenende mit gutem Essen und lockerer Stimmung, was wahrscheinlich auch dazu führte, dass sich Veronika Prieler am Sonntag dazu entschloss Mitglied der KHJ zu werden.
Teilnehmer: Robert, Elisabeth und Jonas Kettl, Martin Meindlhumer, Lauren Rückl, Thomas Würthinger, Benedikt Rodler, Matthias Forstner, Michael Mayrhofer, Veronika Prieler, Markus Schaberger, Martin Ertl
Resümee des Programms:

  • Spaziergang rund um Gallneukirchen mit dem Impuls: „Wie viel Frühling ist in mir?“
  • Gedanken zu „österlich leben“ von Benedikt Rodler
  • Musikstücke vorgestellt von Martin Meindlhumer zum Thema „Tod und Auferstehung in der Musik“
  • Robert Kettl vermittelt einen Überblick über die Sinus-Milieus in Österreich
  • Lauren Rückl setzt Denkimpulse zum Thema „Wo will ich ihn?“ und „Was sind meine Ziele und wie möchte ich leben?“
  • Thomas Würthinger beschäftigt sich mit dem Thema „Was ist Wahrheit?“ im Zusammenhang mit den momentanen Vorfällen in der Ukraine und der Berichterstattung von verschiedenen Seiten.
  • „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben…” (Joh 14,6): Robert Kettl diskutiert über die Botschaft Jesu, Paulus und der Bibel. Wie passt alles zusammen? Was ist wirklich passiert?

Bericht von Martin Ertl

Schloss Riedegg

Schloss Riedegg

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Frühlingsfest

29. April 2014

Religion und Identität. Muslimische und christliche Studierende im Gespräch

9. April 2014

„Beten ist ja keine Sportübung“
Wie sich die Religion auf die Identität auswirkt, darüber diskutierten rund 20 junge Christen und Muslime bei einer Veranstaltung an der Katholischen Hochschulgemeinde in Linz, die gemeinsam mit der Österreichische Schülerinnen und Studentinnen Union (ÖSSU) und den European Independent Students and Academics (EUISA Network) organsiert wurde.

 

Glaubensdiskussion: die Studierenden Aysun Özdemir, Berat Rusiti, Martin Meindlhumer, Fsfa Mahmuti (von links). In der Mitte: Robert Kettl, Pastoralassistent der Katholischen Hochschulgemeinde.

 

Welche – meist negativen – Vorurteile gibt es gegenüber Moslems und Christen? Auf die vom Pastoralassistenten Robert Kettl gestellte Frage fällt den Studierenden rasch einiges ein. Für viele Menschen gelten die Muslime als eifrige Beter, als fundamentalistisch und frauenfeindlich. Die Haltung „Sex ist Sünde“, eine gewisse Doppelmoral und eine Laschheit beim Beten wird dagegen den Christen zugeschrieben. Kettl will an diesem Abend die Vorurteile sammeln, um sie danach bewusst beiseitezulassen. Schließlich soll es um das Positive an der eigenen Religion gehen. Wie wichtig der Glaube für die eigene Persönlichkeit ist, hat Jusstudent Berat Rusiti als Jugendlicher erlebt: „Ich stamme aus Albanien, habe lange meinen Platz gesucht, bis ich irgendwann kapiert habe, dass der Islam genau das Richtige für mich ist und dass das eigentlich immer schon so war.“

Die Allmacht Gottes
Den Muslim Amir Holzinger zwingen die fünf Gebete am Tag dazu, dass er sich ständig der eigenen Religion bewusst ist. Dabei kommt es auf die innere Haltung an, erzählt er: „Beten ist ja keine Sportübung.“ Dass die Muslime beim Beten die Stirn ganz zum Boden verneigen, bedeute, die Allmacht Gottes anzuerkennen. Aysun Özdemir benutzt regelmäßig den Raum der Stille an der Katholischen Hochschulgemeinde, um zu beten. Eine viertel Stunde Vorlesungspause reiche, um vom Campus herzukommen. „Wir Muslime können überall beten, nur der Raum muss sauber sein“, sagt die Informatikstudentin: „Es gibt mittlerweile schon eigene Handy-Apps, die einem die Gebetsrichtung nach Mekka anzeigen.“

Gott, das Familienmitglied
Birgit Waldhör, junge Katholikin, sieht das Gebet als ihren höchstpersönlichen Monolog mit Gott. „Als ob Gott ein Familienmitglied wäre.“ Und: „Die Bibel ist für mich eine Art Gesetz“, sagt die angehende Juristin.

Beten alleine macht noch nicht das Glaubensleben von Muslimen und Christen aus. Das Geben von Almosen ist eine Säule des Islam. Auch bei den Christen solle das Engagement nicht mit dem Sonntagsgottesdienst aufhören, betont der Mechatronikstudent Martin Meindlhumer.

 

Autor/in: Paul Stütz, Kirchenzeitung

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Streitforum

24. März 2014

Bio für alle! Hunger für viele?

Am Donnerstag, 6. März 2014 luden das Forum St. Severin, der OÖ. Presseclub, die Katholische Hochschuljugend und das OÖ. Journalistenforum zum „Streitforum“ in den OÖ. Presseclub ein.  Dr. Paul Stepanek, Vorsitzender des Forum St. Severin, begrüßte die beiden Kontrahenten Dipl.-Ing. Christian Krumphuber von der Abteilung Pflanzenproduktion der Landwirtschaftskammer für Oberösterreich und Dr. Prinz Felix zu Löwenstein vom Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft in Deutschland zum Streitgespräch. Dr. Christian Schacherreiter moderierte die Diskussion.

Laut einer UN-Prognose wird die Weltbevölkerung in den nächsten 50 Jahren auf über neun Milliarden Menschen anwachsen. Dadurch und aufgrund geänderten Konsumverhaltens muss die Lebensmittelproduktion gegenüber heute um 70 Prozent gesteigert werden. Der Bio-Pionier Dr. Löwenstein betonte in seinem Eingangsstatement beim Streitforum, es ginge nicht um die Frage wie man genug Lebensmittel für die anwachsende Weltbevölkerung produzieren kann, sondern um die Frage der Ressourcenverteilung und des Ressourcenzugangs. Laut einer Schätzung der FAO (Food and Agriculture Organization der UN) würden momentan pro Kopf und Tag 5000 Kilokalorien  erzeugt werden, der Verbrauch pro Person sei mit etwa der Hälfte dieser Menge ausreichend. Biologische Lebensmittelproduktion ist bei geändertem Konsumverhalten (weniger tierische Produkte, vor allem weniger Fleisch) machbar, so Löwenstein.

DI Krumphuber entgegnete der Lebensstil der Österreicher und ein verändertes Konsumverhalten bei steigendem Wohlstand in anderen Teilen der Welt, deuten darauf hin, dass in Zukunft mehr Lebensmittel benötigt werden. Beispielsweise essen die Österreicher pro Jahr durchschnittlich 98 Kilogramm Fleisch. Würden alle Menschen die selbe Menge essen wie wir würde die Nahrungsmittelproduktion bei weitem nicht ausreichend sein. Mit Prospekten unterschiedlicher Supermarktketten untermauerte DI Krumphuber sein Argument: Sonderangebote bei Fleisch- und Wurstwaren, Erdbeeren im Winter, Biobananen zu niedrigen Preisen, Tierfutter hingegen ist dem/der  Österreicher/in verhältnismäßig viel Wert. Für die Ernährungssicherheit der Weltbevölkerung muss eine größere Menge produziert werden, ist Krumphuber überzeugt.

Auch wenn nicht unbedingt auf die Vernunft aller Konsumenten/-innen zu zählen ist, so sieht Löwenstein die Entwicklung doch optimistischer als sein Kontrahent:  „Eine Transformation braucht einerseits Pioniere, in diesem Fall, Bauern und Konsumenten, und die nötigen Rahmenbedingungen in der Gesellschaft und dafür stellvertretend von der Politik. Es ist keine Option so weiter zu machen wie jetzt“, so Löwenstein und: Würden die wahren Produktionskosten und die Kosten für Umweltschäden in den Verkaufspreis eingerechnet, würde sich auch das Konsumverhalten ändern.  „Das französische Landwirtschaftsministerium hat gerade eine Studie veröffentlicht: Aufgrund der Intensivlandwirtschaft muss das Trinkwasser aufbereitet werden, und das kostet die französischen Konsumenten schon heute 1,5 Milliarden Euro im Jahr. Die Massenproduktion billiger Nahrungsmittel ist in Wirklichkeit wahnsinnig teuer“.
Krumphuber bezieht sich auf die Lebensmittelproduktion in Österreich: Der Anteil an biologischen Produkten ist in Österreich sehr hoch – bei Brot erreicht er etwas 50 Prozent, auch deshalb weil der Rohstoff das Günstigste bei der Herstellung ist und es für den Brotpreis keine Auswirkungen hat, ob man Getreide aus biologischer oder konventioneller Landwirtschaft verwendet.

Krumphuber und Löwenstein, die sich in vielen Bereichen des Gesprächs einig waren nannten im Verlauf des Abends weitere Faktoren, die die Ernährungssicherheit und das Konsumverhalten beeinflussen:

Krumphuber erwähnte, die landwirtschaftlichen Nutzflächen reduzieren sich durch den Bau von Infrastrukturprojekten, von Parkflächen und durch andere Nutzung (z. B. Golfplätze) in Österreich täglich um 25 Hektar: „Man muss sich überlegen wie man mit weniger landwirtschaftlicher Nutzfläche die gleiche oder mehr Menge produzieren kann“.

Löwenstein wies darauf hin, dass es etwa 20 Prozent der produzierten Lebensmittel nicht einmal hinter die Ladentheke schaffen würden und 30 Prozent der Nahrungsmittel gehen in den Haushalten verloren, werden also weggeworfen. In so genannten Entwicklungsländern sei das nicht anders, dort gehen Lebensmittel wegen schlechter Lagerung, Transport oder in der Verarbeitung verloren.

Dennoch sei es für Löwenstein machbar mit biologischer Landwirtschaft die Weltbevölkerung zu ernähren, „Hauptverdienst der Weltnahrung haben die Kleinbauern. Die Kleinbauern in Asien, Afrika und Südamerika mit einer durchschnittlichen Größe von 1,4 Hektar produzieren zwei Drittel der Weltnahrung.

Um Ernährungssicherheit in ärmeren Regionen herzustellen oder zu sichern ist es notwendig Vielfalt zu fördern und Löwenstein nennt ein Beispiel aus einer Region in Äthiopien, die mit Bodenerosion zu kämpfen hatte. Mit Terrassenwirtschaft konnten höhere Erträge erwirtschaftet werden. So könne man im Einklang mit der Natur Nahrungssouverenität herstellen und er betont in diesem Zusammenhang: „Afrika kann sich selbst ernähren“.

Das Publikum nutzte die Gelegenheit sich zu Wort zu melden und Fragen an die beiden Gäste zu stellen. Bei einem kleinen Gemüse- und Obstbuffet vom Biohof Achleitner diskutierten die Besucher/innen noch lange weiter.

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VORSCHAU: KHJÖ-Bildungstagung und Vollversammlung in Linz

24. Februar 2014

Nachtwanderung nach Altenberg

10. Februar 2014

Am Donnerstag, den 12. Dezember 2013 machten wir uns, wie jedes Jahr zur Weihnachtszeit, zu einer Nachtwanderung nach Altenberg auf. Dieses Mal wurde für den besinnlichen Weg zur dortigen Pfarrkirche das Thema Geheimnis gewählt. Ausgangspunkt war der Raum der Stille, wo Robert Kettl nach einer kurzen Besinnung den ca. 20 wanderfreudigen TeilnehmerInnen ein geheimnisvolles Rätsel mit auf den Weg gab, nämlich eine Schriftrolle mit sonderbaren Schriftzeichen.

Mit Laternen und bei den meisten zu warmer Kleidung, aufgrund einer sehr lauen Dezembernacht, machten wir uns auf den Weg. Während des Marsches nach Altenberg machten wir drei Mal Halt, um sich mit Hilfe von Erfahrungen, Gedanken und Überlegungen von Bernhard Maurer, Maria Pachinger und Markus Schaberger mit dem Thema Geheimnis näher auseinander zu setzen. Zur tieferen Besinnung und zur eigenen Bewusstseinsschärfung wurde vor und nach der letzten Pause in Stille gegangen.

Nach ca. 2,5 Stunden Gehzeit erreichten wir unser Ziel. In der stimmigen Atmosphäre der Altenberger Pfarrkirche wurde das Geheimnis der Schriftrolle enthüllt und Markus Schlagnitweit schloss mit Fürbitten den programmlichen Teil der Veranstaltung ab. Währenddessen konnten wir harmonischer Musik aus der h-Moll-Suite von Johann Sebastian Bach, gespielt von Julia Kleinhans mit der Querflöte und Robert Kettl mit der Orgel, lauschen.

Im Anschluss ließen wir den restlichen Abend mit Glühwein, Tee, Keksen und Maroni im Pfarrhaus nebenan ausklingen.

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Heimat Europa?

23. Januar 2014

Zu ihrem Jahresthema 2013/14 „Heimat ist kein Ort“ lud die Katholische Hochschuljugend (KHJ) am 20. Jänner 2014 Univ.-Prof. Dr. Josef Weidenholzer zum Gespräch ins Franz Jägerstätter Heim der KHG ein.

Der stellvertretende Vorstand des Instituts für Gesellschafts- und Sozialpolitik an der Johannes Kepler Universität ist seit dem Jahr 2011 Abgeordneter zum Europäischen Parlament und sprach über die „Heimat Europa“. Das Gespräch moderierten Sophie Winklmayr und Martin Meindlhumer von der KHJ Linz.

Weidenholzer skizzierte im Eingangsstatement zunächst seinen beruflichen Werdegang und sprach über seine Aufgaben im Europäischen Parlament, wo er in den Ausschüssen „Bürgerliche Freiheit, Justiz und Inneres“ sowie im Ausschuss für „Binnenmarkt und VerbraucherInnenschutz“ mitarbeitet. „Ich kann meinem freien Mandat folgen und viel bewegen“, so Weidenholzer „Europa ist etwas, das sich entwickelt, etwas prozesshaftes, es kann gewonnen werden und verloren gehen.“ Als problematisch für das „Projekt Europa“ sieht Weidenholzer den unter europäischen Eliten verbreiten Hochmut und Lethargie, also dem Eindruck sich als EU-BürgerIn in Sicherheit wiegen zu können – „dabei muss sich jede Generation Errungenes neu erobern,“ ist Weidenholzer überzeugt.

Europa erscheint den BügerInnen oft sehr weit weg, auf der Ebene der europäischen Institutionen liegt es näher am Begriff „Heimat“, zum Beispiel wenn sich das Gefühl entwickelt, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft an einem Strang ziehen. Weidenholzer ist überzeugt: „Heimat kann man dann bewahren, wenn man weiß, jeder hat so etwas, wenn ich das respektiere, was für den anderen Heimat ist.“

Ein Europäisches Bewusstsein und eine einheitliche Linie könne man nicht verordnen. Jede Generation, von der Kriegs-Generation, über die Generation die nach den beiden Weltkriegen am Aufbau der Europäischen Gemeinschaft mitarbeitete, bis hin zur so genannten Erasmus-Generation (Anmerkung: Das Erasmus-Programm der EU fördert Auslandsaufenthalte von Studierenden innerhalb der EU) hat ihre eigenen Erfahrungen und Geschichten, von denen sie geprägt wurden und die sie mit Europa verbindet. Wichtig ist für Weidenholzer Europa auch „erlebbar“ zu machen. Ein europäisches Bewusstsein könnte sich mit einer europäischen Öffentlichkeit, die momentan nicht vorhanden ist, entwickeln.

Europa charakterisiert sich durch eine „soziale Dimension“. Sie ist eine grundlegende Säule des europäischen Zusammenlebens, die es in anderen Teilen der Welt nicht gibt und gekennzeichnet ist durch die Charta der Grundrechte, durch Freiheitsrechte und den Sozialstaat. Das Bewusstsein dafür kann Identität stiften und das europäische Bewusstsein stärken.

 

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